Biker- und Kurtaxenirrsinn

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Dieses Thema enthält 1 Antwort und 1 Stimme. Es wurde zuletzt aktualisiert von  admin Vor 4 Monate. 4 Wochen.

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    admin
    Keymaster

    Am vergnagenen Samstag, dem 13. Mai 2017, fand die sogenannte Info-Veranstaltung zur neuen Kurtaxe statt. Moosalbi.ch war nicht dabei, hat aber sicher nichts verpasst. Es steht ja alles schön in der Präsentation:

    http://www.moosalpregion.ch/ueberuns/tourismusbuero/kurtaxenreglement/praesentationinformationsveranstaltungvom13.05.2017.pdf

    Was sagt moosalbi.ch dazu? Da soll für viele Millionen ein Bikerirrsinn geschaffen werden, der null und überhaupt nicht familientauglich ist. Punkt!

    Erhellend auch die Seite 30. Da spricht die Gemeinde, die Eigenbelegung sei mit 13 Nächten nicht realistisch (weist aber gerade diese Zahlen aus), es würden daher nur die 56 Nächte der Vermietung gezählt. Realistisch ist das, was aufgrund der Zahlen feststeht, siehe dazu:

    Trilogie Kurtaxe – 2. Entwurf Reglement

    Es sind 24 Nächte, mehr nicht! Schön wenigstens, dass die Touristiker/innen selber zugeben, dass die präsentierten Zahlen unrealistisch sind. Wenigstens sind wir uns darin einig.

    Was moosalbi.ch allerdings am meisten Sorge bereitet ist, dass die Pauschale nur auf die Zweitwohnungen der Auswärtigen angewendet werden soll. In Bürchen gibt es eine ganze Heerschar von Zweitwohnungen, die den Bürchner/innen gehören. Niemand aus Bürchen soll in seiner Erstwohnung Kurtaxe zahlen. auch die privaten Gäste nicht, null Probleme.

    Aber eine Zweitwohnung ist eine Zweitwohnung, und wenn es auf Biegen und Brechen eine Pauschale sein muss, dann gilt dies für alle. Wer Objekte besteuert, was nun geplant ist, dann bitte zahlen auch alle. Merkt Ihr nicht, was Ihr da gerade anrichtet? Seid Ihr so naiv zu glauben, dass würden die Zweitwohnenden so hinnehmen? Moosalbi.ch sagt Euch als Gast geradezu direkt ins Gesicht: Schämt Euch!!!

    #3254

    admin
    Keymaster

    Moosalbi.ch wurde wiederholt gefragt, wie realistisch die Zahl von 13 Nächten bei der Eigennutzung sei, die in der Präsentation zur geplanten Kurtaxe vom 13. Mai 2017 auf Seite 30 genannt wird. Gemäss Präsentation gibt es 527 Objekte zur Eigennutzung und 223 Wohnungen, die vermietet werden.

    Weil nun 56 Nächte der extrem kleinen Anzahl der Wohnungen, die über Bürchen Unterbäch Tourismus vermietet (einige Dutzend Wohnungen) wurden, herangezogen wurden, ergeben sich 13 Nächte bei der Eigennutzung, weil für 223 Objekte die Fantasiezahl von 56 Nächten eingesetzt wird. Folglich sind 13 Nächte unrealistisch, weil die Touristiker unrealistische Berechnungen anführen.

    Unrealistisch ist zunächst die Anzahl der Nächte jener Eigentümer, welche die Unterkunft selber nutzen und zusätzlich vermieten. Die Verantwortlichen selber halten in den von ihnen abgesegneten Geschäftsberichten (siehe 2012 Bürchen Unterbäch Tourismus, Seite 14, Bericht Unternehmensleiter) fest, dass bei einer gemischten Nutzung vier Wochen Vermietung resultieren würden bzw. könnten — mittlerweile könnte/dürfte selbst diese Zahl nicht mehr erreicht werden.

    Aufgrund dessen, dass bei der Beherbergungstaxe noch 23’865 Franken für Bürchen Unterbäch zusammen, inkl. Hotels resultieren, kann die Anzahl der Nächte ermittelt werden, die vermieten:

    Beherbergungstaxe (0.5 Franken) * 2 = 47’730 Nächte für Bürchen Unterbäch zusammen, inkl. Hotels, Gruppen und Camping.

    Somit kann klar gesagt werden, 54’490 Logiernächte bei den vermieteten Objekten entsprechen einem reinen Wunschdenken. Bei angegebenen 223 Objekten und 54’490 Logiernächten müssten alleine bei der Beherbergungstaxe bei den Ferienwohnungen in Bürchen 27’245 Franken Einnahmen stehen.

    Wie aber bekannt ist, sind es für Bürchen + Unterbäch zusammen und über alle Beherberungsformen (inkl. Hotels, Gruppen, Camping) nur 23’865 Franken insgesamt. Darum rechnen die Bürchner Touristiker nicht nur unrealistisch, sondern geradezu falsch.

    Realistischerweise gibt es bei 28 Nächten wohl etwa 25 Prozent an Wohnungen, die vermietet werden. Die paar Dutzend Objekte, die ausschliesslich vermietet werden, sind plus/minus vernachlässigbar.

    25% von 750 Wohnungen * 4.3 Betten * 28 Nächte = 22575 Vermietungen
    81709 Gesamtnächte – 22575 Vermietungen = 59134 Nächte Eigennutzung
    59134 Eigennutzung / 750 Wohungen / 4.3 Betten = 18 Nächte Eigennutzung

    Nun soll ja eine Pauschale für alle Zweitwohnungen gemeinsam eingeführt werden. Davon profitieren vorallem jene, die vermieten, gibt es hier doch 28 Nächte mehr. Wenn nun 75 Prozent nicht vermieten und deren 25 Prozent es tun, kann die Gesamtmenge von 100 Prozent durch vier geteilt werden.

    Damit können die 28 Nächte durch vier geteilt werden, dies ergibt ein Plus von 7 bei den nicht vermietenden und ein Minus von 21 bei den vermieteten Objekten. Daraus entstehen für den Schnitt:

    Unvermietete: 25 Tage (18+7 Nächte Penalty für Nicht-Vermietung)
    Vermietete Objekte: 25 Tage (18+28=46, nun 21 abzählen)

    Somit wären (wie bei der Trilogie auch ausgeführt) es im Jahr 2016/17 25 Nächte, im Jahr 2017/18 werden es bestenfalls 24 Nächte sein, siehe dazu:

    Trilogie Kurtaxe – 2. Entwurf Reglement

    Nun ist die Pauschale eine Mogelpackung. Den Einheimischen wird erzählt, super sie müssten nicht bezahlen (was nicht stimmt!!!). Die Objekte der Einheimischen fallen nicht weg, weil sie dort Wohnsitz haben, vielmehr fliessen die Nächte der Einheimischen bzw. kurtaxenbefreiten Gäste gar nicht erst in die Anzahl der Übernachtungen ein.

    Es kann nicht angehen, dass diese Nächte erst nicht gezählt werden und dann auch noch die Objekte eliminiert werden, bei einer pauschalisierten Kurtaxe sind alle Zweitwohnungen heranzuziehen. Im Begriff Zweitwohungen ist nicht enthalten, ob diese von einem Eigentümer gehalten wird, der in der gleichen Gemeinde wohnt oder nicht.

    Letztlich liegt es an den Bürchner/innen zu entscheiden, ob sie eine solche Mogelpackung wollen oder nicht. In Binn und Ernen obsiegte nach einer vertieften Auseinandersetzung der Einheimischen die Vernunft, die Reglemente wurden verworfen. Es ist und bleibt so, auch die Einheimischen werden mit der Pauschale – weil die Nächte künstlich hochgeschraubt werden – viel massiver geschröpft, als die Verantwortlichen an- bzw. zugeben. Ist ja auch klar, die wollen, dass alle einfach die Hand erheben und das Reglement durchwinken.

    Nun werden die Verantwortlichen nicht müde zu betonen, es könnten pro Bett nicht weniger Nächte veranschlagt werden, weil ansonsten zuwenig Geld vorhanden sei (Minderertrag von 300’000 Franken machen die Runde). Einmal davon abgesehen, dass Bürchen bei den Kurtaxen aktuell nur gut die Hälfte (ca. 160’000 Franken) der angeblichen Mindereinnahmen erziehlt, irren die lieben Touristiker da gewaltig.

    Es kann nicht einfach ein völlig fantasierender Betrag für irrwitzige Projekte eingesetzt werden, selbst der Ansatz kann nicht einfach frei gewählt werden. Das Bundesgericht hat zur Kurtaxe (Fall Einsiedeln) klar gesagt, es wäre zulässig, ein Plus von 20% für zukünftige Projekte bei der Berechnung des Tagesansatzes heranzuziehen. Eine Erhöhung von 2 auf 4 Franken, auch dies ist sehr sehr anspruchsvoll bzw. wird zu bekmämpfen sein. Denn selbst bei realistischen 24 Nächten und 4 Franken verkommt die Kurtaxe zur Steuer, und das darf sie nicht.

    Unabhängig davon, die lieben Touristiker von Bürchen sollen doch bitte mal erklären, wie Kosteneffizienz aussehen soll, wenn sich jeder Ort ein eigenes Tourismusbüro leistet? Da wird Personal aufgestockt, dies bei massiv sinkenden Nächten, die Homepage ist ein Graus und ein Familien-Biker-Paradies wird Bürchen selbst dann nicht, wenn Millionen in den Berg gemeisselt werden.

    Und es ändert auch nichts daran, dass nur jene Nächte verrechnet werden können, die es gibt, denn Art. 21 Abs. 1 Tourismusgesetz sagt es klipp und klar: Die Kurtaxe wird je Übernachtung erhoben.

    Die Zahl von 18 Nächten bei der Eigennutzung ergibt im übrigen immerhin eine durchschnittliche Objektbelegung von 77.4 Nächten pro Wohnung und Jahr für die Eigennutzung. Wird bedacht, dass Zweitwohnungen in Bürchen primär von älteren Paaren oder Familien benutzt werden, so wäre eher ein Faktor 2 oder 3 für die Bettenzahl im Schnitt korrekt. Bei Bettenfaktor 2.5 resultieren bei der Eigennutzung immerhin knapp 31 Nächte – und nicht wie die Verantwortlichen unrealistischerweise vorgaukeln nur deren 13 Nächte!!!

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